Der Unterschied in einem Satz

Power BI beantwortet Fragen. 

Fabric bereitet die Daten auf, mit denen sie beantwortet werden.

Power BI ist die Analyse- und Präsentationsschicht: Daten anbinden, modellieren, Berichte und Dashboards erstellen, teilen. 

Microsoft Fabric ist die Plattform darunter und darum herum - sie deckt ab, was vor dem Bericht passiert: Daten aus Quellsystemen holen, speichern, bereinigen, historisieren, für Machine Learning verfügbar machen.

In vielen Organisationen läuft dieser Teil heute über eine gewachsene Sammlung anderer Werkzeuge: SQL Server Integration Services, Azure Data Factory, ein Data Warehouse, dazu Dataflows und Excel-Zwischenschritte. Genau diese Landschaft konsolidiert Fabric.

Microsoft Fabric versus Power BI

Microsoft Fabric und Power BI im Vergleich

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    Power BI

    Power BI

    Fabric

    Fabric
    Was es istWerkzeug für Analyse und ReportingPlattform für den gesamten Datenworkflow
    Deckt abModellierung, Visualisierung, VerteilungIntegration, Speicherung, Aufbereitung, Analyse, KI
    DatenhaltungSemantische Modelle im Power-BI-DienstOneLake, offenes Delta-Parquet-Format
    Enthält-Power BI als eine von mehreren Workloads
    Lizenzmodellpro Nutzer (Pro, Premium per User)Kapazität (F-SKU), zusätzlich Nutzerlizenzen
    ZielgruppeFachbereiche, Reporting-Teamszusätzlich Data Engineering und Data Science
    Einstiegshürdeniedrigmittel - mehr Konzeptarbeit vorab
    Sinnvoll, wennBerichte auf bereits aufbereiteten Daten entstehendie Datenaufbereitung selbst zum Engpass geworden ist

Die Tabelle ist bewusst keine Gegenüberstellung von Gewinner und Verlierer. Die beiden Produkte konkurrieren nicht. Die Frage ist nicht „Fabric oder Power BI”, sondern „Power BI allein oder Power BI auf Fabric”.

 

Was sich für bestehende Power-BI-Umgebungen ändert

  • Ihre Berichte laufen weiter

    Bestehende Berichte, semantische Modelle und Arbeitsbereiche funktionieren unverändert. Power BI wird nicht eingestellt und nicht durch Fabric ersetzt. Es gibt keinen Stichtag, zu dem migriert werden müsste. 

    Mehr zu Power BI Berichte

  • Was dazukommt

    Mit Fabric stehen im selben Portal zusätzliche Werkzeuge bereit: Data Factory für die Datenintegration, Lakehouse und Data Warehouse für die Speicherung, Notebooks für aufwendigere Verarbeitung, Real-Time Intelligence für Echtzeitdaten. Berichte können über Direct Lake direkt auf Daten in OneLake zugreifen, statt sie erneut zu importieren.

    Mehr zu Datenarchitekturen

  • Was sich bei den Lizenzen ändert

    Hier liegt in der Praxis der grösste Klärungsbedarf.

    Power BI wird weiterhin pro Nutzer lizenziert - Pro oder Premium per User. Fabric dagegen wird über Kapazitäten lizenziert, die sogenannten F-SKUs, benannt nach ihrer Anzahl Capacity Units: F2, F4, F8 und so weiter.

    Der entscheidende Schwellenwert ist F64. Ab dieser Kapazitätsgrösse können Berichte auch von Nutzern konsumiert werden, die keine eigene Pro-Lizenz besitzen - analog zur früheren P1-Kapazität. Unterhalb von F64 bleiben Pro-Lizenzen für alle Betrachtenden erforderlich. Diese Schwelle verschiebt die Wirtschaftlichkeitsrechnung erheblich und sollte vor jeder Entscheidung durchgerechnet werden.

     Details zu den Lizenzmodellen

Direct Lake: der technische Unterschied, der zählt

Wer verstehen will, was Fabric für Power BI konkret bringt, sollte sich einen Punkt genauer ansehen: die Art, wie Berichte auf Daten zugreifen. Dafür stehen drei Wege zur Verfügung - zwei davon kennen Power-BI-Anwender bereits, der dritte kommt mit Fabric hinzu.

  • Import-Modus

    Die Daten werden in das semantische Modell kopiert und liegen dort im Arbeitsspeicher. Abfragen laufen dadurch sehr schnell, und die Quellsysteme bleiben unbelastet. Der Preis dafür: Berichte sind immer nur so aktuell wie die letzte Aktualisierung, und bei grossen Modellen werden die Aktualisierungsläufe lang und fehleranfällig. 

  • DirectQuery 

    Hier wird nichts kopiert - jede Abfrage wird zur Laufzeit an die Quelle durchgereicht. Die Zahlen im Bericht sind damit stets aktuell. Dafür ist jede Interaktion spürbar langsamer, und die Last landet beim Quellsystem, das darauf oft nicht ausgelegt ist. Bei vielen gleichzeitigen Nutzern wird das schnell zum Engpass. 

  • Direct Lake 

    Der dritte Weg, neu mit Fabric: Berichte lesen die Delta-Tabellen in OneLake unmittelbar - ohne Kopie und ohne Durchreichen an ein Quellsystem. Damit entfällt der Zielkonflikt zwischen Aktualität und Geschwindigkeit, und mit ihm der Aktualisierungsplan, der in vielen Umgebungen die eigentliche Fehlerquelle ist. 

Wie Berichte auf Daten zugreifen - 3 Wege

Datenzugriff Microsoft Fabric

 

Für Organisationen mit grossen Modellen und langen Aktualisierungsfenstern ist das häufig das stärkste Argument für Fabric.

Wann sich der Wechsel lohnt - und wann nicht

  • Der Wechsel lohnt sich, wenn:

    • die Datenaufbereitung vor Power BI über mehrere getrennte Werkzeuge läuft
    • Aktualisierungen zu lange dauern oder regelmässig scheitern
    • dieselben Daten mehrfach vorgehalten werden: im Data Warehouse, im Data Lake und noch einmal im semantischen Modell
    • Data-Science- oder KI-Vorhaben auf denselben Daten aufsetzen sollen
    • Governance, Datenherkunft und Berechtigungen durchgängig gelten müssen
    • ohnehin eine Kapazität ab F64 im Einsatz ist oder wirtschaftlich wäre
  • Der Wechsel lohnt sich weniger, wenn:

    • Power BI Berichte auf einem gepflegten Data Warehouse erstellt, das gut funktioniert
    • die Datenmengen klein und die Quellsysteme wenige und stabil sind
    • kein Bedarf an Echtzeitverarbeitung oder Machine Learning besteht
    • im Team niemand die Plattform mittelfristig weiterentwickeln kann
    • die Kapazitätskosten den Nutzen bei der aktuellen Nutzerzahl übersteigen

Fabric löst kein Datenqualitätsproblem und macht keine unklare Kennzahlendefinition eindeutig. Es beseitigt Werkzeugbrüche, nicht fachliche Unklarheit.

Ihre Power-BI-Umgebung einordnen lassen

Sie überlegen, ob sich Fabric für Ihre bestehende Power-BI-Landschaft lohnt? Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns Ihre Ausgangslage an und sagen Ihnen offen, ob sich der Aufwand rechnet.

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Wie eine Migration abläuft

Migration von Power BI zu Fabric

 

Eine Umstellung ist kein Stichtagsprojekt. Bewährt hat sich ein schrittweises Vorgehen nach dem Prinzip start small, grow big:

Zuerst eine Bestandsaufnahme: Welche Modelle gibt es, wie werden sie beliefert, wo entstehen die Aktualisierungsprobleme? Daraus folgt die Zielarchitektur samt Kapazitätsdimensionierung. Danach wird ein einziger Anwendungsfall als MVP nach Fabric überführt - mit echten Daten und echten Nutzern. Erst wenn dieser trägt, folgen die übrigen. Die bestehenden Berichte laufen währenddessen unverändert weiter.

Zwei Themen gehören von Beginn an dazu: die Identifikation personenbezogener und schützenswerter Daten sowie die Festlegung der Ladefrequenzen je Quellsystem. Beides bestimmt den Aufbau der Schichten und lässt sich später nur mit erheblichem Aufwand nachrüsten.

Microsoft Fabric Beratung und Implementierung

Aus der Praxis: Fabric und Power BI im Zusammenspiel

In produktiven Umgebungen arbeiten die beiden Produkte arbeitsteilig - Fabric übernimmt alles vor dem Bericht, Power BI alles, was die Nutzer sehen. Wie das aussieht, zeigt die Benchmarking-Plattform HEBES der Keller Unternehmensberatung AG aus Aarau, die seit 1995 Organisationen im Schweizer Gesundheitswesen berät.

Success Story Keller Unternehmensberatung

Informatec hat die Plattform auf Microsoft Fabric neu aufgebaut. In Fabric laufen Datenintegration, Verarbeitung und die Anonymisierung sensibler Gesundheitsdaten; SOMED- und KORE-ARTISET-Daten kommen dort in einem gemeinsamen Datenmodell zusammen. Die Auswertung erfolgt über Power BI - im Browser und in Excel. Authentifizierung und rollenbasierte Berechtigungen laufen über Microsoft Entra ID, der Datenupload über ein gesichertes Webportal mit technischer und fachlicher Validierung.

Die Aufgabenteilung ist damit klar: Wer Daten liefert oder aufbereitet, arbeitet in Fabric. Wer Zahlen braucht, arbeitet in Power BI und merkt von der Plattform darunter nichts. 

Ergebnis: Neue Daten stehen innerhalb von vier Stunden nach dem Upload zur Verfügung, und die Kunden werten selbstständig aus.

Erfolgsgeschichte Keller Unternehmensberatung AG lesen

FAQ Power BI vs Fabric

Nein. Microsoft Fabric ersetzt Power BI nicht. Power BI ist eine der Workloads innerhalb von Fabric und bleibt zugleich eigenständig verfügbar. Bestehende Berichte, semantische Modelle und Arbeitsbereiche laufen unverändert weiter, und es gibt keinen Stichtag für eine Umstellung.

Ja. Power BI ist eine von mehreren Workloads in Microsoft Fabric und bildet dort die Analyse- und Präsentationsschicht. Daneben umfasst Fabric Data Factory, Data Engineering, Data Warehouse, Data Science, Real-Time Intelligence und Databases. Power BI lässt sich aber weiterhin auch ohne Fabric nutzen.

Nicht zwingend. Wer Power BI für Berichte auf bereits aufbereiteten Datenquellen einsetzt, kann ohne Fabric weiterarbeiten. Fabric lohnt sich dann, wenn die Datenaufbereitung vor Power BI über mehrere getrennte Werkzeuge läuft, Aktualisierungen zum Problem werden oder Daten mehrfach vorgehalten werden.

Power BI ist ein Werkzeug für Analyse und Reporting, Microsoft Fabric eine Plattform für den gesamten Datenworkflow. Power BI modelliert, visualisiert und verteilt; Fabric deckt zusätzlich Datenintegration, Speicherung, Aufbereitung, Echtzeitverarbeitung und Data Science ab - mit Power BI als einer seiner Workloads.

Nein. Eine Power-BI-Pro-Lizenz berechtigt nicht zur Nutzung der übrigen Fabric-Workloads. Dafür wird zusätzlich eine Fabric-Kapazität (F-SKU) benötigt. Power-BI-Nutzerlizenzen und Fabric-Kapazität sind zwei getrennte Bestandteile der Lizenzierung.

Power BI Premium per Capacity wird von Microsoft bis spätestens 31. Dezember 2027 abgelöst. Unternehmen sollten daher frühzeitig prüfen, wie sie ihre bestehende Umgebung künftig ausrichten. Microsoft setzt dabei verstärkt auf Microsoft Fabric; je nach Anforderungen können jedoch auch alternative Plattformstrategien sinnvoll sein.

zum Blog-Artikel

Eine Fabric Capacity ist ein Pool gebuchter Rechenleistung, den sich die ihr zugeordneten Fabric-Workloads und Workspaces – darunter auch Power BI – teilen. Die Leistung wird in Capacity Units (CUs) bemessen: Eine F2-Capacity stellt beispielsweise 2 CUs bereit, eine F64-Capacity 64 CUs.

Ab F64 können berechtigte Nutzer Power-BI-Berichte auch ohne eigene Power BI Pro-Lizenz konsumieren. Für das Erstellen und Veröffentlichen von Power-BI-Inhalten ist jedoch weiterhin eine Pro- oder PPU-Lizenz erforderlich.

Ja. Berichte und semantische Modelle bleiben grundsätzlich erhalten, da Power BI innerhalb von Fabric dasselbe Produkt ist. Zu prüfen sind vor allem die Kapazitätslizenzierung, die Anbindung der Datenquellen und die Frage, welche Datenaufbereitung sinnvollerweise nach OneLake verlagert wird.

Updated: 09.09.2026